Meinung: Passworte verstehen Menschen nicht

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Die Erfindung des Passworts (für Computer) war die Sternstunde der IT-Sicherheit. Niemals wieder sollte jeder Nutzer unbedarft alles lesen oder sehen können. Wir waren an einem Punkt angelangt, wo Computer so leistungsfähig waren, dass viele Nutzer von einem System profitieren konnten. Doch wie ist die Situation in der Gegenwart? Es hat uns eine regelrechte Flut an Passworten erreicht – ebenso wie eine Flut an Systemen die von einer unvorstellbar großen Zahl an Nutzern zugleich genutzt werden. Immer wieder wird verkündet: ein Passwort muss dies können, ein Passwort muss das können… Sicher soll es sein, einzigartig und natürlich unheimlich schwer zu raten, denn das ist theoretisch der einzige Knackpunkt. Wenn ich zufällig das richtige Passwort eingebe, komme ich schon beim ersten Versuch rein und all die Mühe war für die Katz!

Dies hat die Situation geschaffen, dass jedes selten benutzte Passwort ein Hindernis werden kann, wenn der Dienst doch mal gebraucht wird. Abhilfe schafft das berühmte Passwort 123456! Dies steht im Gegensatz zu Empfehlungen des BSI. Zwölf Zeichen für Onlinezugänge – mindestens und für das WLAN besser 20 oder mehr. Hinzu kommen die vielen Zwangsloginkonten und selbst bei einem Dienstleister können auch mal mehrere, komplexe Passworte angelegt werden.

Unser Appell an dieser Stelle: ein verantwortungsbewusster Umgang mit Passworten, aber auch mit Accounts. Dieser dauerhafte Zwang zur Authentifizierung (und sonst teils Verweigerung aller Dienste) und der Bindung ans Internet ist uns ein Dorn im Auge. Wir sehen Passworte als wertvolles Mittel, um einige Dienste oder Infrastruktur abzusichern, aber dauerhaft werden wir in diesem Netzwerk auch das Problem der Authentifizierung angehen müssen. Damit es am Ende nicht heißt: dieses Passwort ist geheim!

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